SATIROSKOP

 

Donnerstag, 5. Juni 2014

 

Alice Schwarzer unschuldig

 

Die Frauenrechtlerin Alice Schwarzer soll neben ihren Schwarzgeldmillionen in der Schweiz auch Honorare nicht versteuert haben. Dabei ist sie völlig unschuldig - schuld an diesen Straftaten ist, wie sich nun herausstellt, allein das Patriarchat.

 

Freut sich über ihre Unschlud - Alice Schwarzer

Gummersbach (mdi) – Alice Schwarzer, die Vorkämpferin des Feminismus in Deutschland, ist als moralische Instanz nicht wegzudenken. Zumindest sie selbst war davon immer überzeugt, und die Geschichte gibt ihr nun endlich, nach einigen Widrigkeiten, wohl recht.

Dabei sah es bis vor kurzem gar nicht gut für die Anwältin der Frauen aus: Anfang des Jahres kam eine Selbstanzeige ans Licht, aus der hervorging, dass Schwarzer über viele Jahre einen Millionenbetrag in der Schweiz deponiert hatte, um dessen Steuererträge sie den deutschen Staat betrogen hat. Für jemanden, der stets mit hochmoralischer Verve vom Staat fordert, seine Aufgaben in Sachen Gleichberechtigung besser zu erledigen, müsste es eigentlich hochnotpeinlich sein, aus purem Egoismus diesen Staat dann um das Geld zu betrügen, das er für die Erledigung eben jener Aufgaben benötigt.

Doch dabei blieb es nicht. Jüngst kam hinzu, dass Schwarzer darüber hinaus womöglich noch mehr Steuern hinterzogen hat. Die Rede ist von 45.000 Euro Steuern auf Honorartätigkeiten, die dem Fiskus vorenthalten wurden. Schwarzers Wohnung wurde von der Staatsanwaltschaft durchsucht, die Ermittlungen dauern an.

Doch wie sich nun dank eines Exklusiv-Interviews zeigte, das Schwarzer der unabhängigen Zeitschrift "emma" gab, ist die Frauenrechtlerin an der ganzen Steuerhinterziehung völlig unschuldig. Vielmehr ist einzig und allein das Patriarchat an allem schuld. Dieses hatte sie schon gezwungen, ihre Millionen illegal in die Schweiz zu bringen, wie Schwarzer bereites nach Bekanntwerden der Selbstanzeige in eigener Sache bemerkt hatte. Nun stellt sich heraus, dass das Patriarchat sie auch zum Nichtversteuern ihrer Honorartätigkeit genötigt hat, denn die "Hatz" auf sie habe nach Bekanntwerden ihrer Steuersünden "solche Ausmaße" angenommen, dass Schwarzer ernsthaft daran denken musste, mit dem gesamten Geld "ins Ausland" zu gehen.

Damit kann wohl die ganze Angelegenheit als erledigt betrachtet werden und Alice Schwarzer kann endlich wieder ihre Energien darauf richten, den Politikern zu sagen, wofür sie die Steuermillionen der Bundesbürger ausgeben sollen.