SATIROSKOP

 

Montag, 5. Januar 2015

 

PEGIDA fordert Räumung des Abendlandes und Übersiedlung nach Ostafrika

 

Die Protest-Bewegung PEGIDA sorgt erneut für Aufsehen: Aus der führenden Sektion Dresden wurde am Wochenende der überraschende Ruf nach einer kompletten Räumung Europas laut, dem nicht nur Ausländer und Flüchtlinge, sondern auch Deutsche zu folgen hätten.

 

Back to the roots - PEGIDA goes to Africa

Dresden (mdi) – Wer hätte das gedacht? Kurz nachdem Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in ihrer Neujahrsansprache scharfe Kritik an PEGIDA geübt hatte, vollzieht die Protest-Bewegung eine überraschende Radikalisierung ihrer Forderungen. Laut ihrem Dresdner Initiator Lutz Bachmann strebt PEGIDA nun nicht mehr nur die Zurückdrängung von Muslimen aus Europa an, sondern praktisch die vollständige Räumung des Kontinents von Menschen..

"Wir haben da mal nachgedacht", so Bachmann. PEGIDA wolle ja im Grunde nur, dass "jeder einfach da bleibt, wo er herkommt". Beziehungsweise "herstammt", denn Einwanderungen, Auswanderungen oder sonstige Wanderungen werden von PEGIDA als überfremdend abgelehnt. Konsequenterweise, so Bachmann, müssten dann aber nicht nur Muslime und "dunkelhäutige" Asiaten und Afrikaner aus Europa draußen bleiben, sondern auch die Europäer selbst. "Wir sind ja auch nur hier eingewandert", so die erfrischende Einsicht des Dresdner PEGIDA-Wortführers.

Mit "Wir" meint Bachmann hier zunächst, "abstammungsmäßig", die Nachfahren der indoeuropäischen Einwanderer, die vermutlich vor über 4.000 Jahren - nicht eben friedlich - nach Europa kamen und den Kontinent "überrannten". "Ich habe nichts gegen Europäer", so Bachmann leutselig, "aber die haben den Kontinent irgendwie überfremdet. Der ist nicht mehr wie früher." Das Diktum betrifft letztendlich jeden Homo sapiens mit Migrationshintergrund in Europa.

Da also alle Menschen in Europa eigentlich nicht aus Europa stammen, gehören sie laut Bachmann auch nicht hierher, sondern nach Afrika, genauer nach Ostafrika, wo allen wissenschaftlichen Erkenntnissen nach die Wiege der Menschheit liegt. Nun fordert PEGIDA die Übersiedlung der etwa 750 Millionen Europäer nach Ostafrika. Erste PEGIDA-Anhänger aus Dresden haben bereits Asyl-Anträge in Uganda und Kenia gestellt, darunter auch Bachmann, dessen früherer, gescheiterter Fluchtversuch nach Afrika nun endlich zu seiner Vollendung gelangen soll. Bachmann war bereits 1998 nach Südafrika geflohen, als Wirtschaftsflüchtling aber wieder abgeschoben worden. "Es soll eben jeder bleiben, wo er ist - nee, wo er hingehört", so Bachmann.

Erste Reaktionen aus der Politik kamen bisher nur von der AfD. Frontmann Bernd Lucke begrüßte den Vorschlag als "Ausdruck des gesunden Menschenverstands". Er bestehe aber darauf, dass in Afrika die D-Mark offizielles Zahlungsmittel wird.