SATIROSKOP

 

Mittwoch, 11. Februar 2015

 

Papst Franziskus hält das Prügeln von Kindern für vertretbar, wenn deren „Würde“ gewahrt bleibt

 

Papst Franziskus, das Oberhaupt der katholischen Kirche, hat Ratschläge zur Erziehung von Kindern gegeben. Danach sei das Schlagen von Kindern durch den Vater aus christlicher Sicht richtig.

 

Weist den rechten Weg - Papst Franziskus

Bildnachweis: Foto: Papst Franziskus vor dem Europaparlament. Autor: Claude Truong-Ngoc. Veränderung: zugeschnitten. Quelle: Wikimedia Commons, Lizenz: cc-by-sa-3.0

 

Rom (mdi) – Das Oberhaupt der katholischen Kirche, Papst Franziskus, hat sich zur Frage der Gewalt in der Erziehung von Kindern geäußert. Väter, so der Heilige Vater, dürfen danach durchaus ihre Kinder schlagen, solange dabei deren „Würde“ gewahrt bliebe. Franziskus erzählte eine Anekdote, nach der ein Vater seine Kinder geschlagen habe, aber nicht ins Gesicht, um sie nicht zu demütigen. „Wie schön!“, entfuhr es dazu dem Papst.

Damit widerspricht der Papst nicht nur der UN-Kinderrechtskonvention, die jedem Kind das Recht auf eine gewaltfreie Erziehung zubilligt; auch einige Kernbotschaften seiner eigenen Religion, des Christentums, stehen dazu möglicherweise im Gegensatz, insbesondere die Aufforderung durch Jesus von Nazareth, in einer Konfliktsituation lieber „die andere Wange“ hinzuhalten, statt selbst Gewalt auszuüben.

Die jüngste Aussage des Papstes passt jedoch zu einer anderen gewaltaffinen Äußerung des Kirchenoberhauptes und könnte so dazu beitragen, das Bild eines Hippies auf dem Heiligen Stuhl zu demontieren: So meinte der Heilige Vater in Bezug auf das Terrorattentat auf die religionskritische Satire-Zeitschrift „Charlie Hebdo“ in Paris, dass es nicht erlaubt sei, die religiösen Gefühle anderer Menschen zu verletzen – sonst gäbe es eins auf die Fresse (wörtlich sprach er von einem „Faustschlag“).

Letztlich passt die Auffassung natürlich zu einer von Gewalt und Tod besessenen Religion, die mit einer Kreuzigung beginnt und deren Geschichte geprägt ist von Kreuzzügen (11.-15. Jh.), Judenpogromen (11.-15. Jh.), Inquisition (13.-18. Jh.), Hexenverbrennungen (15.-18. Jh.), Kampf gegen die Wissenschaft (16.-19. Jh.), Segnung von Kanonen (bis ins 20. Jh.), Gewalt gegen Frauen und sexuellem Missbrauch von Kindern (bis ins 21. Jh.).

„Wie schön!“