SATIROSKOP

 

Dienstag, 24. Juni 2014

 

Klimaschutz vor dem Durchbruch

 

Die halbjährliche Klimakonferenz in Bonn findet endlich die Lösung für die Klima-Krise: Auf Drängen der USA soll auf dem Weltklimagipfel in Paris 2015 eine Erklärung unterzeichnet werden, nach der nur noch die Staaten Klimaschutz betreiben, die da wirklich Bock drauf haben.

 

Climate Change we can believe in

Bonn (mdi) – Schluss mit den langwierigen, ergebnislosen Klima-Verhandlungen! Nachdem in den letzten zwanzig Jahren nationale Egoismen, die Gewinn-Interessen der Industrie und die Bequemlichkeit der Verbraucher eine Lösung der drängenden Klimaproblematik verhindert haben, zeichnet sich nun endlich der Durchbruch im Kampf gegen die Erderwärmung ab.

Der Vorschlag aus Washington – das sogenannte „Pariser Protokoll“ – sieht so aus: Klimaschutz soll ab sofort nur noch von den Staaten betrieben werden, die da „wirklich Bock drauf haben“, so das Strategiepapier der US-Amerikaner. Alle anderen sollen in Ruhe so weitermachen und die Atmosphäre verdrecken dürfen wie bisher. Fortan gelte zwischen diesen beiden Lagern eine „friedliche Koexistenz“. Die „nervigen“ jährlichen Klimakonferenzen können damit entfallen.

Aber US-Präsident Darth Obama wäre nicht Darth Obama, würde er dem Ganzen nicht etwas Positives, Optimistisches abgewinnen. „Climate Change – yes we can!“ („Klimawandel – ja, das können wir!“) und „Climate Change we can believe in“ („Klimawandel, an den wir glauben können“), so lauten die neuen Parolen aus dem Weißen Haus. Da der Klimawandel nicht mehr verhindert werden könne, so Darth Obama, werde er ab sofort eben begrüßt. Und wem das nicht gefalle, so der US-Präsident, der könne ja „nach Alaska ziehen“ und überlegen, ob so ein bisschen Erderwärmung nicht auch „etwas Gutes“ an sich habe.

Unterdessen wird die Strategie des Pariser Protokolls auch auf andere Politik-Bereiche übertragen: Die CSU forderte bereits, künftig auch die Steuern nach dem Prinzip der Freiwilligkeit zu erheben. Steuern zahlt nach der sogenannten „Flexi-Steuer“ dann nur noch, wer da „wirklich Bock drauf hat“, so Parteichef Seehofer.