SATIROSKOP

 

Dienstag, 13. Januar 2015

 

Sensationeller Fund: Forscher entdecken Gewalttäter, die keine Muslime sind

 

Der bekannte US-amerikanische Politologe Francis Fukuyama stellt mit seinen bahnbrechenden Forschungsergebnissen unser Weltbild auf den Kopf: Gibt es auch Gewalt, der nicht vom Islam ausgeht?

 

Theologisches Argument

Washington, USA (mdi). Amerikanischen Forschern um den Politologen Francis Fukuyama an der John-Hopkins-Universtität in Washington D.C. ist ein sensationeller Fund gelungen: Nach Jahren intensiver Forschung sind sie auf Gewalttäter gestoßen, bei denen es sich offenbar nicht um Muslime handelt.

Fukuyama war Anfang der 1990er Jahren bekannt geworden durch seine These vom "Ende der Geschichte". Er selbst zog sich darafhin zum Angeln zurück. Nach ein paar Jahren entdeckte er dann, dass die Geschichte doch weiterging, und kehrte zurück in die akademische Welt. Mit großzügiger Unterstützung der Bush-Administration erforschte er seit dem Jahr 2001 die Gewaltexzesse, die vom Islam ausgingen, und kam zunächst zu dem Ergebnis, dass zwar nicht alle Muslime Terroristen, aber alle Terroristen Muslime seien. Dazu fand er im Koran zahlreiche Textstellen, die zu Gewalt und zum Bartwuchs aufrufen. Bedeutete das letztlich, dass jeder Muslim den Keim zum islamistischen Terroristen in sich trägt? Offenbar ja.

Dieses scheinbar differenzierte Bild des Islam verbreitete sich rasch in der westlichen Welt, bis hin zum Kommentator in einer linken Tageszeitung in Deutschland, der nach den jüngsten Terrormorden in Paris befand, im Islam gebe es zwar solche und solche, aber nichtsdestotrotz habe er eine besondere Affinität zu Gewalt, die es im Buddhismus, Judentum, Christentum und Atheismus so nicht gebe.

Doch schon vor ein paar Jahren begann das Bild Risse zu bekommen. „Zuerst entdeckten wir Ungeheuerliches in der Geschichte“, so Fukuyama. Seine Mitarbeiter untersuchten die Kriege des 20. Jahrhunderts und fanden heraus, dass die kriegführenden Mächte, die die meisten Toten verursacht hatten, gar nicht muslimisch waren. „Selbst bei den Gräueltaten gegen Zivilisten“, so der Forscher kopfschüttelnd, „waren mehr Nicht-Muslime als Muslime am Werk. Es gab sogar – halten Sie sich fest – europäische Terroristen!“ So seien beispielsweise im christlich-konfessionell geprägten Konflikt zwischen irischen Katholiken und britischen Protestanten in Nordirland über 3.000 Menschen ermordet worden.

Daraufhin entwickelte Fukuyama eine neue Theorie, nach der der Westen früher durchaus gewalttätig gewesen, inzwischen aber zivilisiert sei, während die islamische Welt mittelalterlich und zurückgeblieben sei. Auch dieser Gedanke verbreitete sich rasch in der westlichen Welt und wird heute von der Mehrheit der Bevölkerung geteilt.

„Und dann das! Wir konnten es selbst erst mal gar nicht glauben“, so Fukuyama zu seinen neuesten Ergebnissen. Auch bei den aktuellen Zahlen, was Todesopfer durch Gewaltakte betrifft, liegen Muslime nicht vorne. „Das widerspricht völlig dem gesunden Menschenverstand!“, so Fukuyama. Doch schon der US-Krieg gegen Afghanistan 2001, der geführt wurde trotz des Angebots der Taliban-Regierung, über die Auslieferung von Osama bin Ladens zu verhandeln, kostete „Tausende Afghanen“ das Leben, "hauptsächlich Hochzeitsgesellschaften". Und allein der US-Krieg gegen den Irak 2003 forderte „unglaubliche 100.000 Tote“ in der irakischen Bevölkerung. „Da können die Dschihadisten nicht mithalten“, erklärt Fukuyama seufzend. Jeder einzelne US-Krieg ergebe mehr Tote als die Anschläge von New York (2001), Madrid (2004), London (2005) und Paris (2015) zusammen. Und intensive Recherchen hätten ergeben, dass die US-Regierung zu keinem der genannten Kriege aus Muslimen bestand.

Allerdings müsse man hinzufügen, so ein Mitarbeiter von Fukuyama, dass sein Chef einfach einen Bodycount vornehme und nicht berücksichtige, dass es sich bei den islamistischen Terroranschlägen um feigen Mord, bei den US-amerikansichen Kriegen dagegen stets um einen ehrenhaften Kampf für die Freiheit handle.

„Mit Ausnahme des Vietnam-Kriegs vielleicht“, wirft ein anderer Forscher aus dem Team ein, „mit über einer Million toten Vietnamesen!“ „Und abgesehen vom Putsch in Chile 1973 gegen die demokratisch gewählte Regierung, mit Hilfe der CIA“, ruft ein dritter, „mit 3.000 bis 4.000 gefolterten und ermordeten Oppositionellen!“ „Was ist eigentlich mit dem Jugoslawien-Krieg 1999?“, fragt der zweite Forscher, wird aber vom Team-Chef unterbrochen: Leider sei im Nachhinein, so Fukuyama, auch der US-Irak-Krieg 2003 wohl doch nicht für die Freiheit geführt worden. Die „Beweise“ der US-Administration, dass der Irak ein Massenvernichtungswaffen-Programm verfolge, hätten sich als Kriegslüge erwiesen. Völkerrechtlich handle es sich also um einen verbotenen Angriffskrieg, durchgeführt von einer sich dezidiert als christlich bezeichnenden Regierung gegen ein muslimisches Land.

„Das ist totaler Irrsinn!“, ruft der Forscher. „Wenn die Bürger in der westlichen Welt das wüssten, würden sie natürlich anders über Christen und Muslime denken.“