SATIROSKOP

 

Sonntag, 11. Januar 2015

 

Nach dem „Aufstand der Anständigen“: Merkel fordert ein „Bollwerk der Besseren“

 

Bundeskanzlerin Merkel fordert die Bundesbürger dazu auf, die Probleme Ausländerfeindlichkeit und Terrorismus selbst zu lösen. An die Stelle des „Aufstands der Anständigen“ soll nun ein „Bollwerk der Besseren“ treten.

 

Das Bollwerk der Besseren

Berlin (mdi). Nach den Schüssen von islamistischen Terroristen auf die Redaktion der Satire-Zeitschrift „Charlie Hebdo“ in Paris rief Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gestern die Bürgerinnen und Bürger dazu auf, nach dem „Aufstand der Anständigen“ jetzt ein „Bollwerk der Besseren“ zu bilden.

Zu dem „Aufstand der Anständigen“ hatte der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) wiederholt aufgerufen. Damit waren die vielen nicht-rechtsradikalen Bundesbürger gemeint, die dem regelmäßig aufflammenden Fremdenhass in Deutschland entgegentreten, ein Zeichen setzen und sich schützend vor die von Neonazis Verfolgten stellen sollten. Warum diese Aufgabe nicht von Politikern, Polizisten und Staatsanwälten erledigt wird, hatte Schröder dabei nie verraten.

Nach dem Pariser Terroranschlag verkündete Kanzlerin Merkel nun in der Tradition ihres Amtsvorgängers ein neues Konzept zur Bekämpfung von Fremdenhass und Terrorismus. „Wer A sagt, muss auch B sagen“, so die Kanzlerin. Deutschland brauche nach dem „Aufstand der Anständigen“ nun ein „Bollwerk der Besseren“. Damit sind die Wähler der Bundestagsparteien und der FDP gemeint, die Fremdenhass und Terrorismus entschieden entgegentreten, ein Zeichen setzen und sich schützend vor die von PEGIDA und islamistischen Terroristen Verfolgten stellen sollen. Warum diese Aufgabe nicht von Politikern, Polizisten und Staatsanwälten erledigt wird, hat Merkel dabei nicht verraten.

Auf einer Pressekonferenz am gestrigen Abend sagte Regierungssprecher Steffen Seibert zu dieser Frage, die Regierungs-Chefin wolle an ihrer erfolgreichen Regierungs-Maxime „Handeln durch Nicht-Handeln“ festhalten. Wenn das „Bollwerk der Besseren“ versagen sollte, so Seibert, bleibt als Lösung der genannten Probleme immer noch der Aufruf zur Bildung eines „Club der Coolen“, in dem Neonazis und Terroristen auf keinen Fall Mitglied werden dürfen.