SATIROSKOP

 

Montag, 15. September 2014

 

Bundesrepublik hofft auf bayerische Unabhängigkeit nach schottischem Vorbild

 

Dem Beispiel Schottlands könnten bald weitere Regionen folgen: Auch Basken, Katalanen und Korsen streben nach staatlicher Unabhängigkeit. In Berlin hofft man nun, dass sich auch Bayern diesem Trend anschließt.

 

Ab in die blau-weiße Freiheit

Berlin, München (mdi) – Nur noch ein paar Tage, dann entscheiden die Schotten per Referendum, ob sie sich von Großbritannien loslösen und einen eigenen Staat gründen wollen - oder ober sie im Vereinigten Königreich verbleiben. Die britische Politik hat das Thema lange ignoriert angesichts der Umfragewerte, die stets eine Mehrheit der Gegner einer Abspaltung zeigten. Umso geschockter zeigte sie sich jetzt, da nun, kurz vor der Abstimmung, die Unabhängigkeits-Befürworter eine Mehrheit in den Umfragen erreicht haben und die Loslösung in greifbare Nähe rückt.Der britische Premier Cameron hisste gar die schottische Flagge, um seine Liebe für Schottland und das schottische Rohöl aus der Nordsee auszudrücken.

Die Berliner Politik indes reagiert mit großen Hoffnungen auf die Entwicklung auf den britischen Inseln. Politiker aller Parteien zeigten sich zuversichtlich, dass nun auch die Unabhängigkeit Bayerns von der Bundesrepublik Deutschland folgen könne. Als erste zu Wort meldete sich Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen, die ein entsprechendes bayerisches Referendum als großen Tag "für die Demokratie und die Familien im Land" bezeichnete. Auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat offenbar keine Einwände gegen den Verlust Bayerns. Man müsse zwar auf ein paar leistungsstarke Unternehmen verzichten, aber "Steuerle zahlet die ja sowieso keine". Und auch auf die tölpelhafte Arroganz unserer südlichen Nachbarn "könnet mir verzichte". Selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel, die sich ansonsten in politischen Debatten erst einmal zurückhält, äußerte umgehend ihre Zustimmung. "Entscheidungen innerhalb der Regierungskoalition werden dann auch einfacher", so die Kanzlerin.

Die SPD freut sich besonders darauf, dass nun die Bundespolitik einen gewissen Linksruck erfahren dürfte, fallen doch Millionen von überwiegend konservativen Wählern weg. Die Grünen zeigten sich erleichtert und schlugen vor, eine Maut für bayerische Autofahrer auf deutschen Straßen einzurichten. Auch die Linkspartei freut sich auf die Sezession und fordert, die zukünftige Grenze nach Bayern durch eine Mauer zu sichern.

In München war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu haben. Der ehemalige bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber wird mit dem Kommentar "Äh... äh..." zitiert, während der amtierende Regierungschef Horst Seehofer nach einem Vortrag auf einer Tagung der katholischen Kirche in Oberammergau zum Thema "Die CSU als Hüterin der traditionellen Familie" das Wochenende bei seiner ehemaligen Geliebten und ihrem gemeinsamen außerehelichen Kind verbrachte.

Eine gewisse Zustimmung in der bayerischen Bevölkerung ist jedenfalls vorhanden. Laut einer Studie 23% der Bayern für einen unabhängigen Staat. Das ist doch schon ein Anfang.